Die Stiftung WeltKinderLachen feiert ihr 20-jähriges Bestehen
Altötting. Selbst die Sonne zeigte sich von ihrer besten Seite und schien warm in den Sitzungssaal des Franziskushauses, in dem sich viele Freunde, Unterstützer und Wegbegleiter der Stiftung WeltKinderLachen zusammengefunden hatten. Es gab Grund zum Feiern: 20 Jahre unbürokratische und schnelle Hilfe für Kinder –aus der Region, für die Region. Und das, wie Stiftungsrat Stefan König freudig verkündete, mit einer Gesamtspendensumme von einer Million Euro.

Keine One-Man-Show sondern ein Puzzlewerk: die Vorstände und Unterstützer von WeltKinderLachen: (von links) Stefan König (stv. Vorstandsvorsitzender Stiftung SLW Bayern und Stiftungsrat WeltKinderLachen), Johannes Erbertseder (Vorstandsvorsitzender Stiftung SLW Bayern und Stiftungsrat WeltKinderLachen), Alois Reitberger (Stiftungsgründer WeltKinderLachen),Georg Hausner (Vorstandsvorsitzender WeltKinderLachen) und die WeltKinderLachen-Vorstände Katrin Groth, Franz Trifellner, Reinhold Auer und Burkhard Schröder (rechts) sowie Präses Br. Marinus Parzinger (Vorstand Stiftung SLW Bayern und Stiftungsrat WeltKinderLachen, 2.von rechts). Foto: Chrstina Fuchs
Samenkörner für eine bessere Welt
Das sei beachtlich und verdiene Anerkennung. Und diese gebühre vor allem einem Mann, den Stefan König mit einem Lachen als „nervig, direkt, klar und sehr erfolgreich“ beschrieb: Alois Reitberger, der ehemalige Landwirtschaftsmeister des Franziskushauses, der sich schon immer für ein gutes Miteinander einsetzte. Zunächst in seinem Berufsfeld, der Landwirtschaft, und seit 20 Jahren auch für Kinder, für die er sich immer als „Dienstleister“ verstanden hat, sagt er selbst, jemand, der ihnen gleiche Chancen ermöglicht. „Etwas, mit dem man den Kindern das Gefühl gibt, dass sie dazugehören und wertvoll sind.“ So fasste es Georg Hausner, der Vorstandsvorsitzende der Stiftung in seiner Begrüßung zusammen.
Alles begann auf einem Acker
Stefan König, der nicht nur Stiftungsrat von WeldKinderLachen, sondern auch Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Stiftung SLW Bayern ist, erinnert sich noch gut an die Idee, die Alois Reitberger damals umtrieb: „Es begann alle sauf einem Acker im Michaelifeld vor 20Jahren. Alois hat immer gesagt: Man muss Samenkörner pflanzen für eine bessere Welt“, erzählt König mit einem Strahlen in den Augen. Eine Begeisterung, die Alois Reitberger damals entfacht hat und die noch heute in vielen der Anwesenden zu spüren ist.
So auch bei Bruder Marinus Parzinger, dem Präses der Stiftung SLW Bayern: „Der Alois ist jemand, der mehr tut, als er muss. Und man merkt, es ist ihm ein Herzensanliegen.“ Alois Reitberger selbst will sich nicht so im Mittelpunkt wissen. Es gehe ihm vor allem um die Sache und allein hätte er das ja auch gar nicht umsetzen können, betont er: „Es sind immer mehr Leute dazugekommen, das ist ein Puzzlewerk. Da sind auch Schulen mitgegangen und pädagogische Kindergärten. Ich habe immer gefragt und es kam zu einer stetigen Optimierung.“ Zu diesem Puzzlewerk gehören seit 20 Jahren neben Stefan König auch der Vorstandsvorsitzende Georg Hausner und Vorständin Katrin Groth. Ihnen ist Reitberger für die Mithilfe ebenso dankbar wie den anderen Vorständen und der Stiftung SLW Bayern, der Dachstiftung von WeltKinderLachen, die sich um die Verwaltungsaufgaben kümmert. Dadurch kann sich WeltKinderLachen ganz auf seine Kernkompetenz konzentrieren: die schnelle und unkomplizierte Unterstützung von jährlich etwa 150 Projekt-und Soforthilfen. Diese kommen benachteiligten Kindern und Jugendlichen in den Landkreisen Altötting und Mühldorf zugute.
Alois Reitberger ist die individuelle Beihilfe für die Kinder wichtig, die sonst auf der Strecke bleiben würden: „Bei zirka siebzig Prozent der Kinder haben die Eltern genug Geld, um sie zu fördern. Und wir kümmern uns um die anderen dreißig Prozent. Keiner soll sich für seine Armut schämen müssen.“ Neben der Finanzierung von Klassenfahrten und Schul-Mittagessen erstreckt sich die Hilfe unter anderem auch auf Sprachförderung, Reittherapie, Musikunterricht und Schulmaterialien. Neben der Bildung sind dem Stiftungsgründer kreative und handwerkliche Projekte ein besonderes Anliegen: Er erinnert sich gerne an ein Kunstprojekt zum Thema „Hundertwasser“, aber auch an ein besonderes Pflanzprojekt aus den Anfangsjahren der Stiftung: „Wir haben auf einem Feld für zweihundert Kinder jeweils eine Parzelle angelegt und Samenkörner ausgeteilt, die die Kinder angesät haben. Sie konnten beobachten, wie der Keimling aus der Erde herausgekommen und wie er gewachsen ist. Die Kinder waren bei der Ernte, bei der Verarbeitung in der Bruckmayer-Mühle und schließlich in der Bäckerei dabei. Zum Abschluss haben wir Erntedank gefeiert. Der ganze Kreislauf eben – das war richtig schön.“

Kam mit einem „kleinen Obolus“ und ging mit einer Tasse voller Pralinen: Landrat Dr. Tobias Windhorst links neben Stiftungsgründer Alois Reitberger. Foto: Christina Fuchs
Chancen schaffen – Zukunft ermöglichen
Auch benachteiligten Kindern die Chance auf einen guten Start ins Leben zu geben – das sei Aufgabe der Gesellschaft und „dafür sorgt WeltKinderLachen“, betonte der Altöttinger Landrat Dr. Tobias Windhorst (CSU), der sich mit einem „kleinen Obolus“ bei der Stiftung bedankte und ihr noch ein langes Bestehen wünschte. Passend zum Thema vertiefte die Psychologieprofessorin der TUM München, Prof. Dr. Tina Seidel, in ihrem Vortrag „Bildung schafft Zukunft: Warum sich jeder Cent in Bildung auszahlt“ die Wichtigkeit der frühkindlichen Förderung. Gerade die frühe Bildungsphase, so die Professorin, sei der wichtigste Investitionsbereich für nachhaltige Effekte in der Bildungsgerechtigkeit. Genau hier setzen viele Hilfen der Stiftung WeltKinderLachen an. Auch die Anerkennung der Politik ist der Stiftung gewiss: An der Feierstunde nahm nicht nur Landrat Dr. Tobias Windhorst, sondern auch die Zweite Bürgermeisterin Altöttings Christine Burghart, Martin Rothenaicher vom Schulamt Altötting, stv. Landrätin Ingrid Heckner und Neuöttings Bürgermeister Veit Hartsperger teil. Für die musikalische Gestaltung sorgten die Geschwister Ronja (Klavier) und Corbinian (Trompete) sowie Ugo (Klavier) von der Musikschule Burgkirchen, seit vielen Jahren Partner von WeltKinderLachen.
Alt-Neuöttinger-Anzeiger 16.05.2026, Christina Fuchs